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Das schreibt die Presse über Danet


Champions mit Nachholbedarf
17.05.08
Echo

4500 IT-Firmen in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar, das sei "sensationell"


ÜBER REGIONALE VERKNÜPFUNGEN in der IT-Branche diskutierten am Freitag im Darmstadtium Karl-Heinz Streibich, Vorstandschef der Darmstädter Software AG, Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt, Jörg Kleinz, Geschäftsführer der Intelligent Views GmbH (Darmstadt), Jürgen Schulz, Leiter Public Sector bei T-Systems, Maria Overbeck-Larisch, Präsidentin der Hochschule Darmstadt, Reiner Nickel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Danet GmbH (Weiterstadt) und Harald Lemke, Bevöllmächtigter für E-Government und Informationstechnologie der Landesregierung Hessen (von links). (Foto: Dagmar Mendel)

Vernetzen, ein erfolgreiches Cluster bilden, das dürften am Freitag die häufigsten Schlagworte auf dem ersten IT-Forum der Informations- und Kommunikationstechnologie im Darmstädter Kongresszentrum Darmstadtium gewesen sein. 

Doch warum das Ganze? „Wir wollen etwas für den Standort Darmstadt tun“, lautete eine der Antworten, die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries als Mit-Initiatorin gab. „Sich untereinander bekannt machen, um überhaupt zu wissen, was in der Region an Kompetenz vorhanden ist“, schlug IHK-Präsident Michael Römer vor. Wer kenne schon alle Champions, die in Südhessen ansässig sind.

Karl-Heinz Streibich, Vorstandschef der Darmstädter Software AG (SAG) hatte einen anderen Ansatz: Wenn es der deutschen IT-Branche nicht gelänge, Anschluss im globalen Geschäft zu halten, dann sehe es mit der wirtschaftlichen Zukunft hierzulande düster aus.

Also alles gewichtige Gründe, um ein regionales IT-Forum Darmstadt Rhein Main Neckar einzuberufen. Der Einladung sind rund 400 Vertreter aus Industrie, Politik, Verbänden und Wissenschaft gerne gefolgt. 

Deutschland und Europa müssten sich dem internationalen Wettbewerb stellen, forderte Streibich in seinem „Impuls-Referat“. Es gebe erheblichen Nachholbedarf gegenüber den USA und Indien. Im internationalen Vergleich sei das Wachstum der IT-Branche hierzulande viel zu undynamisch. Lediglich drei IT-Firmen in Europa kämen auf einen Umsatz von mehr als einer Milliarde, in den USA seien es immerhin 14 Firmen. 

Als Schlüssel zum Erfolg sieht der SAG-Chef die Cluster-Bildung an – Beispiel: Silicon Valley in den USA mit 500 000 IT-Beschäftigten. In Europa fehle es allerdings an internationalen Managern mit guten Sprachkenntnissen und Risikokapital. 

Eine aktive Standortpolitik sei nötig: „Von alleine entsteht selten etwas. Die Firmen liefern den Content, dann klappt es auch mit dem Risikokapital.“ Nicht weniger als die Zukunft der Arbeitsplätze in Deutschland hänge davon ab. Ein scharfes Profil sei gefragt. 

Doch Streibich betätigte sich auch als Mutmacher. 4500 IT-Firmen in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar, das sei „sensationell“. Auch die Dichte an Hochschulen und Studenten sei eindeutig ein Erfolgsfaktor.

Hinzu komme die enorme Bedeutung des Flughafens Frankfurt. „Es gibt unglaubliche Chancen, es ist kein Naturgesetz, dass jeder Weltmarktführer aus den USA kommt.“ Möglichkeiten sieht er bei den Themen E-Government und IT-Sicherheit. 

Die Frage, wie man die vorhandenen Potenziale der Region besser zur Geltung bringen kann, beschäftigte die anschließende Podiumsdiskussion. TU-Präsident Hans Jürgen Prömel sieht die Hochschulen als Kern eines Clusters. Wichtig sei aber auch, sich stärker zu vernetzen mit der Wirtschaft. 

Einen intelligenten Strategiemix hält Maria Overbeck-Larisch, Präsidentin der Hochschule Darmstadt, hierbei für nötig. Danet-Chef Reiner Nickel gab zu bedenken, dass IT kein Selbstzweck sei. Die Gedanken der Wirtschaft, nämlich der Nutzen für den Kunden, müssten bei Studenten verankert sein. 

Nach Meinung des hessischen Staatssekretärs Harald Lemke gebe es Nachholbedarf beim Marketing: „Wir müssen die Jacke mal etwas aufplustern. Die Amerikaner machen das selbstbewusster.“ 

Keine Scheu vor der Zusammenarbeit mit großen Unternehmen zu haben, riet Jörg Kleinz, Geschäftsführer der 30 Mitarbeiter zählenden Intelligent Views GmbH (Darmstadt) seinen Branchenkollegen: „Kontakte bringen auch Chancen.“

Und da das Kontakteknüpfen ganz wichtig ist, wird es wahrscheinlich ein zweites IT-Forum geben. „Das muss eine Fortsetzung finden“, wünscht sich wohl nicht nur Darmstadts Oberbürgermeister Walter Hoffmann. [...]